Eine moderne Tierschutzeinrichtung für Wuppertal
Am Anfang stand der Plan
Wer kennt sie nicht, unsere Aushänge, dass wir ein Gelände suchen für unseren Tierschutzverein? So manch einer hat mutlos aus der Wäsche geschaut, manchmal auch wir selbst.
Nachdem wir in 2019 schon nah dran schienen, ein Grundstück zu erwerben, zerschlug sich der damalige Plan und wir standen erneut am Anfang.
Aber wie heißt es so schön? „Wer aufgibt hat schon verloren“. Und deshalb war das keine Option. Denn dass Wuppertal kein Tierheim mehr hat, das geht doch gar nicht! Mit Mut, Beharrlichkeit und einer tollen Vision sind in Wuppertal auch andere Projekte schon gelungen. Denn wir sind eine tolle Stadt und wenn es drauf ankommt, halten wir zusammen und schaffen das.
Ohne Öffentlichkeitsarbeit hätte es nicht geklappt
Natürlich haben wir im Hintergrund fieberhaft gesucht, haben mehrfach Gespräche mit der Stadt Wuppertal geführt, bekamen dort auch immer mal wieder Tipps und Hinweise, die sich alle jedoch früher oder später als nicht realisierbar zeigten. Wir waren bei Maklern registriert, haben die Immobilienmesse besucht, haben Flächennutzungspläne studiert und alles bemüht, was uns in den Sinn kam.
Wir haben uns nicht gescheut, auch an die Öffentlichkeit zu gehen und haben sogar zu hören bekommen, „ihr seid ja öfter in der Presse als der Oberbürgermeister“. Aber ohne diese Beharrlichkeit hätte es wohl nicht geklappt.
Artikel in der WZ brachte den Stein ins Rollen
Alle haben mitgemacht bei der Suche. Wir waren in WZ und Rundschau, in Radio Wuppertal und auch in verschiedenen Stadtteilzeitungen. Am Ende war es der WZ-Artikel vom 13.09.2021, der den Durchbruch brachte.
Pfarrer Jörg Hohlweger, theologischer Vorstand und erster Vorsitzender der Bergischen Diakonie Aprath (BDA), las beim Frühstück von unserer Idee und in seinem Kopf entstand ebenfalls eine Vision. „Wir kümmern uns beide um Geschöpfe in Not, das passt doch zusammen“, war sein Gedanke.
Ein Jahr der Sondierung, Annäherung und Verhandlung
Nach dem ersten Anruf waren wir völlig aus dem Häuschen und schnell begeistert von der Idee, an der ein oder anderen Ecke sogar „gemeinsame Sache“ zu machen. So entstand auf dem angebotenen Grundstück mit zugehörigem Haus nicht nur die Idee, was denn wo unterzubringen sei, sondern auch der Plan einer Kooperation. Aber dazu später mehr.
Zunächst mussten wir feststellen, dass eine derart große Organisation im Vorankommen gefühlt schwerfällig ist, wie ein alter, großer Dampfer, während wir mit unserem modernen Schnellboot durchaus gerne deutlich mehr Gas gegeben hätten.
Am Ende war aber doch alles zur beiderseitigen Zufriedenheit abgestimmt und vorbereitet und es konnte gemeinsam der Gang zum Notar stattfinden.
Erbbaurechtsvertrag notariell beurkundet
Am 11. Juli 2022 ist es soweit. Der langfristige Erbbaurechtsvertrag wir notariell beurkundet und gemeinsam unterzeichnet.
Kooperation als Bindeglied der Parteien
Neben der jeweils eigenen und eigenständigen Arbeit der beiden Organisationen wurde als gemeinsames Bindeglied eine Kooperation in ausgewählten Themenfeldern besprochen und ebenfalls vertraglich festgehalten.
Diakonie und uns verbindet eine ähnliche Motivation. Geschöpfe in Not versorgen und „nichts und niemanden aufgeben“ ist der Grundgedanke beider Organisationen. Aber auch die Qualität der Umsetzung, also weder Zwei- noch Vierbeiner „einfach in einem Heim unterzubringen“, sondern über „besondere Wohnformen“ den Lebewesen auch wirklich ein lebenswertes Leben anzubieten, treibt beide Seiten an. So haben wir uns auch von Anfang an gegen den Begriff „Tierheim“ entschieden. Denn damit verbinden die Menschen einen eher traurigen Platz, in dem Tiere in Zwingern auf ein besseres Leben warten. Das war nie unsere Vision. Wir möchten eine grüne Oase schaffen, in der Mensch und Tier sich wohl fühlen.
Auch helfen wir mit unserem Konzept ja auch heute schon nicht nur den Tieren, sondern vor allem den in Not geratenen Menschen, die sich aufgrund von teils schweren Schicksalsschlägen nicht mehr um ihre Tiere kümmern können. Die Diakonie verbindet mit der Kooperation mit uns gleich mehrere Wünsche, die wir gerne erfüllen.
- Belebung des Geländes: Durch unsere Einrichtung kommen Menschen auf das Gelände, die ohne unser Tierschutzzentrum nicht den Weg dorthin finden würden. Ganz selbstverständlich und ungezwungen findet so Inklusion statt. Wir bitten hier heute schon all unsere Besucher und Helfer um gegenseitige Rücksichtnahme. Denn nur weil wir eine Bereicherung für die Menschen vor Ort bieten, ist es möglich, an diesem tollen Ort unsere Tierschutzidee zu realisieren.
- Einbindung der Menschen vor Ort: Die Bewohner der Diakonie erhalten die Möglichkeit, sich an der Gebäude- und Geländepflege, am Betrieb es Tierschutz-Cafés und soweit möglich an der Tierversorgung zu beteiligen.
- Angebot für Senioren: Hilfe für alte Menschen, die in eine Senioreneinrichtung der Diakonie wechseln und sich dort nicht mehr um ihr Haustier kümmern können, es bei uns aber in der Nähe und gut versorgt wissen
Schlüsselübergabe und Sanierungsstart
Am 01.09. ist die formelle Übergabe des Haupthauses und ab dann geht sie los, die eigentliche Entstehungsgeschichte des Tierschutzzentrums Wuppertal. Das heißt nicht, dass wir ab 01.09. Tiere stationär aufnehmen können, sondern dass wir erst mal alle Hände zu tun haben werden.
Meilensteine der Kernsanierung
- Dachstuhl wiederhergestellt und komplett neue Dacheindeckung samt Kaminverkleidung, Regenrinnen ...
- 26 neue Fenster vom Dach bis zum Keller eingesetzt
- Trockenlegung und Verkieselung der Außenmauern
- Schimmelbeseitung in allen Räumen und Schädlingsbekämpfung
- Herstellung der Baustatik
- Fachwerkwände teils neu aufgebaut
- Elektrik im gesamten Haus vollständig neu gelegt und über 1.000 Meter Kabel verbaut
- fachkundige Geländesanierung, Beseitigung von Gefahrenbäumen, Gehölzschnitt und Eindämmung invasiver Pflanzenarten, u.a. Riesenbärenklau
- Befreiung der Gebäudefassade von der Überwucherung mit Efeu, das bereits ins Gebäude hinein wächst und hochwertiger Fassadenanstrich
- Anlage von 5 Stellplätzen
- Sanierung aller Innenwände, Decken und Böden
- Sanierung und Anstrich aller Innentüren und der rettbaren Fenster
- Mehrere Tausen ehrenamtliche Bauhelferstunden
Rasante Wandlung von Schrottimmobilie zum Juwel
Im Tempo des oben bereits als Vergleich heran gezogenen sportlichen Schnellbootes wurde das einst baufällige Gemäuer in ein echtes Schmuckstück verwandelt, dass sich sehen lassen kann. Nicht nur eine funktionelle und hochwertige Kernsanierung zeichnet das Gebäude nun aus sondern am Ende auch eine liebevolle Gestaltung und Ausstattung der Räume für Öffentlichkeit, Kommunikation, Inklusion und Gemeinschaft. Eine wirklich beispielhafte Entstehungsgeschichte für ein beispielhaftes Ehrenamtsprojekt.
Regelmäßige Berichterstattung
Über alle wichtigen Themen halten wir Euch informiert. Schaut gerne regelmäßig auf die Homepage und in die Blogbeiträge, die sich ums Tierschutzzentrum drehen:
Auch die Presse berichtet regelmäßig. Hier Anke Süper im Interview mit Moderatorin Jasmin Voss von Radio Wuppertal.



























