So, formulieren wir seinen Vermittlungstext. Mit 9 Monaten bereits durch viele Hände gegangen. Sein tolles Aussehen wurde ihm zum Verhängnis. Jeder wollte ihn haben, diesen Traumtypen. Aber niemand war ihm gewachsen und so sollte er auch jetzt wieder aus Überforderung abgegeben werden. Und auch wir finden ihn beim Kennenlernspaziergang im wahrsten Sinne des Wortes "umwerfend". Denn um dieses ungestüme und unerzogene Powerpaket halten zu können, braucht es schon ordentlich Kraft.
Bitte helfen sie uns sofort
Auch hier soll alles ganz schnell gehen. Die Familie ist hoffnungslos überfordert und mit Kraft und Nerven am Ende. Aber woher auf die Schnelle eine so souveräne Pflegestelle auftreiben? Nicht zu Katzen, nicht zu Kindern, Artgenossen vielleicht auch lieber nicht im neuen Zuhause? Da ist guter Rat teuer. Am Ende unterstützt uns ein benachbartes Tierheim kollegial und unbürokratisch und Buddy zieht in unserem Auftrag zunächst in einen Tierheimzwinger. Für den bislang so selbstbewussten und ungestümen Rüden bricht eine Welt zusammen.
Alles in Ordnung mit Buddy?
So machen wir uns anfänglich noch nicht so viel Sorgen, dass er ruhiger wird, sich etwas zurückzieht. Wir behalten ihn im Auge verspricht die Tierheimkollegin. Eines Abends der Anruf, er blutet aus dem After, nachdem er vorher Durchfall hatte. Auch das bei einem jungen ansonsten gesunden Hund oft nicht so ungewöhnlich und in der Regel nicht dramatisch. Leider wurde es das dann doch, sogar sehr dramatisch. Er blutete nach kurzer Zeit so stark, dass alle Alarmglocken schrillten und wir nach kurzer Rücksprache das Go gaben, sofort und ohne jegliche Verzögerung in die Tierarztpraxis zu fahren. Wir waren heilfroh über die professionelle Reaktion der Tierheimmitarbeiter und dass Buddy dort und nicht auf einer privaten Pflegestelle gelandet war.
Entscheidung zwischen Leben und Tod
Der nächste Anruf kommt noch in der gleichen Nacht. Der operierende Tierarzt ruft aus dem OP an, Buddy sei in Narkose, der Darm massiv geschädigt und er würde empfehlen, ihn für immer einschlafen zu lassen. Die Alternative sei eine teure Not-OP mit sehr vager Hoffnung auf Erfolg. Uns stockt kurz der Atem. "Aber er hat eine Chance? Ja? Dann machen sie die OP!" Wir können kaum beschreiben, wir man sich fühlt in so einem Moment.
Aber wir wollen euch schnell erlösen. Buddy - und vor allem der Tierarzt - schafft die OP. Der Tierarzt betreut und überwacht ihn persönlich, bis wir ihn nach stationärem Aufenthalt wieder abholen können.
Ende gut alles gut
Ganz so einfach, wie es klingt, ist es aber nicht. Wir müssen Buddy noch eine ganze Weile behandeln wie ein rohes Ei. Er muss in ein ganz ruhiges Umfeld, darf keinerlei schnelle Bewegungen machen in nächster Zeit. Denn wenn der Darm reißt, dann gibt es keine Rettung mehr. Am besten sollte er angebunden sein zuhause und nur wenige Schritte gehen, um sich mal zu lösen.
Zurück in den Tierheimzwinger ist keine Option.
Eine Kollegin mit starken Nerven und der nötigen körperlichen Standfestigkeit erklärt sich bereit, ihn mit nach Hause zu nehmen.
Fast war er kurz nach der OP noch der einfachere Patient. Denn kaum hat er sich etwas erholt, kommt sein ungestümes Temperament wieder zum Vorschein.
Ein Hoch auf die Kollegin, die die Zeit mit Buddy durchgestanden hat! Es hat sich gelohnt. Alles ist gut verheilt und nach einigen Anfragen, denen wir Buddy nicht zutrauen, kommt am Ende die passende Bewerbung für ihn.
Buddy zieht nach Österreich, nach positiver Vorkontrolle durch eine ortsansässige Tierärztin nebst Fotos und Videos vom neuen Zuhause. Die Interessenten nehmen die weite Reise auf sich, übernachten in der Nähe und nach zwei Tagen gegenseitigem Kennenlernen tritt Buddy seine große Reise an.
Wir haben noch eine ganze Weile Berichte und Fotos bekommen und freuen uns, dass wir für Buddy und sein Leben entschieden haben.
