· 

10 Jahre - 10 Katzengeschichten - Lucky Luke (2020)

Lucky und Luke, die beiden Kater, hatten ein wunderschönes Zuhause mit Freigang und allem drum und dran. Leider verstarb ihr Frauchen und ihr Sohn konnte die beiden nicht übernehmen, da er selbst bereits mehrere Katzen aus dem Tierschutz besaß. So lernte ich Lucky und Luke kennen.

Ein schwerer Neuanfang

Eigentlich lernte ich zunächst nur Lucky kennen. Er war, wie sein Name es versprach, fröhlich und aufgeschlossen. Luke hingegen war sofort im Garten verschwunden und ich bekam nicht viel von ihm zu sehen. Mir war direkt klar, dass das nicht einfach werden würde.

 

Die Formalitäten waren schnell erledigt und so wurden die beiden kurze Zeit später auf unserer Homepage vorgestellt.

Die erste Anfrage

Relativ schnell meldete sich eine interessierte Familie. Ich rief sie an und machte direkt darauf aufmerksam, dass Lucky ein absoluter Herzensbrecher ist, Luke hingegen aber sehr scheu. Trotzdem wurde ein Kennenlerntermin vereinbart. In der Zwischenzeit waren beide Kater noch beim Tierarzt gewesen, was Lukes Zutraulichkeit leider nicht gerade gefördert hatte.


Mit viel Aufregung und großen Erwartungen trafen wir uns schließlich vor Ort. Lucky war, wie erwartet, sofort mittendrin. Er ließ sich kuscheln und spielte mit den Kindern. Da die beiden aber nur zusammen vermittelt werden sollten, war es natürlich wichtig, dass die Familie Luke wenigstens einmal sah. Das gestaltete sich allerdings schwierig und sie bekamen kaum mehr von ihm zu sehen als ich zuvor.


Nach einiger Zeit verabschiedeten wir uns wieder. Die Familie sagte, sie würde sich auf jeden Fall melden, egal wie die Entscheidung ausfallen würde. Ehrlich gesagt rechnete ich mit einer Absage.

Der erlösende Anruf

Nach zwei Tagen bekam ich dann den ersehnten Anruf. Die Familie wollte den beiden tatsächlich ein neues Zuhause geben. Der Hausbesuch bei der neuen Familie war schnell erledigt und der Umzugstermin wurde kurz vor Weihnachten geplant.


Mit dem Sohn der ursprünglichen Halterin wurde alles besprochen und so fuhr ich guter Dinge los, um die beiden Kater abzuholen. Doch es lief leider nicht wie geplant.


Lucky saß bereits in seiner Transportbox, soweit also alles gut. Von Luke fehlte jedoch jede Spur. Das Einzige, was wir fanden, war eine herausgerissene Katzenklappe.


Uns war sofort klar, dass das nicht einfach werden würde. Wie sollten wir ihn nur einfangen? Wir vereinbarten schließlich, Luke noch ein paar Tage Zeit zu geben und es dann erneut zu versuchen. Schweren Herzens fuhr ich also zunächst nur mit Lucky in sein neues Zuhause.

Lucky zieht um

Die Familie freute sich sehr über Lucky, war aber natürlich auch verwundert, dass ich erst einmal nur einen Kater mitbrachte. Lucky stieg aus seiner Transportbox aus und benahm sich sofort so, als hätte er schon immer dort gelebt. Wir besprachen gemeinsam, wie es nun weitergehen sollte.

Die Suche nach Luke

Nach zwei Tagen fehlte von Luke weiterhin jede Spur, sodass wir schließlich zu drastischeren Maßnahmen greifen mussten. Eine Lebendfalle wurde besorgt. Doch auch hier zeigte sich Luke wieder extrem vorsichtig. Jeden Morgen wartete ich auf den erlösenden Anruf.


Drei Tage lang passierte nichts. Am vierten Tag jedoch siegte der Hunger und Luke saß tatsächlich in der Falle. Ich machte mich sofort auf den Weg und wir trafen uns erneut bei der Familie zur Übergabe. Zum Glück war die Familie unglaublich flexibel und machte alles mit.

 

Endlich angekommen

Wir ließen Luke zunächst in einem separaten Zimmer heraus. Während ich in Ruhe einen Kaffee trank, geschah dann das kleine Wunder. Herr Luke kam tatsächlich schon aus seinem Zimmer heraus und betrachtete alles zwar noch sehr skeptisch, aber immerhin konnten wir ihn nun endlich alle richtig sehen. Zum ersten Mal sahen wir den wirklich hübschen Luke.


Bereits am nächsten Tag bekam ich die ersten guten Nachrichten. Auch Luke begann, sich langsam einzuleben und holte sich sogar schon die ersten kleinen Streicheleinheiten ab. Damit hätte ich ehrlich gesagt so schnell nicht gerechnet. Und am Ende ist also alles gut geworden.


Und eigentlich hat die Familie mit Luke tatsächlich die Katze im Sack gekauft. Toll, dass es solche verständigen, empathischen Menschen gibt.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0